Der Einsatz von Windkraftwerken auf hoher See stellt eine große technische Herausforderung dar. Zum einen müssen Offshore-Anlagen hohe Anforderungen hinsichtlich ihrer Sicherheit und technischen Zuverlässigkeit erfüllen, andererseits sollen sie dabei noch wirtschaftlich sein. Die Verwendung umweltverträglicher Korrosionsschutzanstriche sowie die Minimierung der von der Anlage ausgehenden Schallentwicklung bedingt ebenso wie eine vollständige Seewasserkapselung der Technik eine hohe Umweltverträglichkeit der Anlagen.

Lage der beiden Testanlagen und des Windmessmastes auf dem Rysumer Nacken westlich Emden.
Die BARD Engineering GmbH errichtet deshalb gegenwärtig auf dem Spülfeld „Rysumer Nacken“ an der Knock westlich von Emden zunächst zwei Offshore-Windenergieanlagen zu Forschungszwecken. Ein entsprechender Vertrag mit dem Wasser- und Schifffahrtsamt wurde Anfang März 2007 unterzeichnet. Kurze Zeit später begannen die vorbereitenden Arbeiten für den Bau der Fundamente. Am 21. November 2007 wurde die erste Anlage komplettiert. Das Gelände ist insgesamt rund 750 Hektar groß und wurde von Anfang der Siebziger Jahre an bis Ende 1995 mit Sedimenten und Sand aus der Ems aufgespült, um Industrie- und Gewerbeflächen zu schaffen.
Die "BARD VM" ist eine Eigenentwicklung und entspricht den Anlagen, wie sie für die Ausstattung der ersten BARD Offshore-Windkraftwerke vorgesehen sind. Die Nabenhöhe beträgt 90 Meter. Ziel ist es, auf dem „Rysumer Nacken“ unter ähnlichen Bedingungen, wie sie auf offener See herrschen, vorab die komplette Konstruktion intensiv zu testen und zu erproben. So besteht die Möglichkeit, die Technik gegebenenfalls anzupassen und optimal auf die schwierigen Verhältnisse draußen auf der Nordsee einzurichten. Die Wartung und den Service der Forschungs-Windenergieanlagen wird ein qualifiziertes Wartungsunternehmen übernehmen. Zudem werden regelmäßige Inspektionen durch Sachverständige vorgenommen. Außerdem wurde im Testfeld ein Windmessmast aufgestellt. So werden Messungen unter anderem der Leistungskurve und von Schallemissionen möglich. Die erzeugte elektrische Energie wird ins allgemeine Versorgungsnetz eingespeist. Die technische Lebensdauer von Offshore-Windenergieanlagen wird mit 20 bis 25 Jahren prognostiziert.