
Der Bug des Errrichterschiffes wird von einem Schlepper gezogen.
Für Bau und Betrieb des Windparks „BARD Offshore 1“ sowie Service und Wartung wird die BARD Engineering GmbH die eigene Spezial-Hubplattform „Wind Lift I“ mit integriertem Jack-up-System und Großkran einsetzen.
So verfügen wir auch bei ungünstigen Witterungsbedingungen und ohne zusätzlichen Kostendruck über das zentrale Arbeitsmittel für die Errichtung eines Windparks. Die Plattform kann ein komplettes Fundament oder ein Windrad samt Turm, Gondel und Rotoren aufnehmen und hat neben dem Kran auch eine schwere Ramme für die Fundament-Pfähle (engl.: Piles) an Bord.
Nur wenige Reedereien bieten solche Spezial-Hubplattformen an. Die gängigen Jack-up-Plattformen müssten obendrein für den Aufbau von Anlagen der 5-Megawatt-Klasse aufwändig umgerüstet werden. Im Sommer, wenn das Wetter Kranarbeiten in großer Höhe zulässt, sind die Plattformen dementsprechend nachgefragt und teuer.
Video der feierlichen Kiellegung des BARD-Errichterschiffes.
Da wir ab 2009 jedes Jahr 40 bis 80 Windenergieanlagen aufbauen können, haben wir uns bewusst gegen einen angemieteten Schwimmkran entschieden. Durch die eigene Hubplattform sind wir flexibel und haben den notwendigen zeitlichen Spielraum beim Aufbau und Betrieb unseres Offshore-Windparks.
Die Installation erfolgt in zwei Phasen: In den windstillen Sommermonaten werden Türme, Gondeln und Rotoren montiert. Der Aufbau der Fundamente ist weniger anfällig für Sturm und Wellengang und kann fast das ganze Jahr über erfolgen. Ein Ponton bringt die drei Fundamentpfähle und das Stützkreuz an die Baustelle. Dort hievt der Großkran die Teile auf die Plattform, die sich mit ihren Hubbeinen stabil am Meeresgrund abstützt. Das Deck ist mehr als 10 Meter über dem Wasserspiegel. Die Plattform kann bis zu 40 Meter Wassertiefe sicher arbeiten.

GustoMSC präsentiert die Modelle der „Wind Lift I“ und der „BARD VM“ auf der EOW 2007.
Die „Wind Lift I“ bietet selbst noch bei Wellenhöhen über drei Metern und Windstärke 7 eine stabile Arbeitsbühne. Am Heck der Plattform ist ein Führungsrahmen mit „Grippern“ verankert. Dieser Rahmen sorgt für die exakte Positionierung der Gründungspfähle zueinander. Die „Gripper“ halten die Pfähle per Hydraulik und reduzieren etwaige Schrägstellungen auf wenige, tolerable Zentimeter. Der Kran nimmt die Rohre auf und lässt sie durch die „Gripper“ langsam bis zum Grund der Nordsee ab. Nur durch ihr Eigengewicht drücken sie sich mehr als zwei Meter tief in den Sand. Dann setzt der Kran die 275 Tonnen schwere Ramme auf und treibt die Pfähle bis etwa 30 Meter tief in den Boden.

Das Funktionsmodell der „Wind Lift I“ im Wellenkanal der TU Berlin.
Auch während des Kraftwerkbetriebs werden wir unsere Hubplattform „Wind Lift I“ auf Jahre hinaus einsetzen, für die Instandhaltung oder bei Störfällen, um wenn nötig, komplette Gondeln zu tauschen. Der Großkran trägt bis zu 500 Tonnen bei einer Auslegung von 31 Metern. Damit können wir Lasten auf über 121 Meter Höhe über den Wasserspiegel heben. Bei geringen Wassertiefen erreichen wir sogar noch größere Höhen. Damit eignet sich die Plattform auch für den Aufbau der kommenden Generation von Offshore-Windenergieanlagen.
Die Plattform hat ein Helikopterdeck für den Personentransfer und bietet Unterkunft für bis zu 50 Personen. Wegen des geringen Tiefgangs von 3,5 Metern kann sie Aufgaben bei der Schwerlastverladung im Hafen übernehmen, so dass eine ganzjährige Auslastung gewährleistet ist.
| „BARD Wind Lift I“ – Technische Daten | |
|---|---|
| Länge über alles | 101,80 m |
| Breite | 36 m |
| Tiefgang | 3,5 m |
| Max. Wassertiefe für Jack-up Vorgang | 45 m |
| Nutzlast ca. | 2.600 t |
| Schiffsbelegung | 50 Personen |
| Hauptkran | |
| Höhe über Hauptdeck | 121 m |
| Kranlast | 500 t @ 31 m |