12-05-2007
Emden / Berlin. Der Weg der BARD Engineering GmbH nimmt den geplanten Verlauf. Die erste Windkraftanlage des Typs „BARD VM“ wurde in den vergangenen Wochen auf dem Rysumer Nacken nahe Emden errichtet. Die Inbetriebnahme ist bis zum Wochenende vorgesehen. Mit der Errichtung der zweiten Test-Windkraftanlage in der Nachbarschaft des Prototyps wurde heute (5. 12. 2007) begonnen.
„In 2008 werden wir eine „BARD VM“-Anlage mit einer eigen entwickelten Offshore-Gründung in der Jademündung vor Hooksiel nahe Wilhelmshaven errichten“, kündigte der Geschäftsführer der BARD Engineering GmbH, Heiko Roß, auf der am Dienstag (4. 12. 2007) in Berlin eröffneten European Offshore Wind Conference and Exhibition - EOW 2007 an. Mehr als 1.000 Experten aus der Offshore-Windindustrie, Politiker und Energiespezialisten aus aller Welt haben sich für drei Tage im Estrel Convention Center versammelt, um über die Zukunft von Offshore-Windenergie als konkrete Energie- und Klimalösung in Europa zu diskutieren. Auf besonderes Interesse stieß dabei die Veranstaltung der BARD-Gruppe, auf der das Unternehmen und seine Projekte ausführlich vorgestellt wurden.
Roß gab außerdem den Abschluss der Lieferverträge mit der Norddeutsche Seekabelwerke GmbH (NSW), aus Nordenham und SIEMENS, Erlangen bekannt. NSW wird demnach Energiekabel für den 400-Megawatt-Windpark „BARD Offshore 1“ liefern. Der Park mit 80 Windkraftanlagen soll etwa 100 Kilometer nordwestlich von Borkum entstehen. Die von NSW produzierten Mittelspannungskabel vernetzen die Windkraftanlagen bündelweise und führen den 33.000-Volt-Drehstrom ab. Neben dem Energiekabel stellt NSW spezielles Kabelzubehör für die von BARD entwickelten Windkraftanlagen sowie das technische Know-how aus zahlreichen Offshore-Projekten zur Verfügung.
SIEMENS liefert die Studien und die Komponenten für das Offshore-Umspannwerk des Windparks „BARD Offshore 1“. Das Umspannwerk ist der Übergabepunkt des regenerativ produzierten Stromes in das Versorgungsnetz. Im September 2007 hat der für den Netzanschluss verantwortliche Netzbetreiber, die E.ON Netz GmbH in Bayreuth, den Abschluss des Liefervertrages für eine Gleichstromkabelverbindung mit ABB bekannt gegeben. Derzeit laufen die technischen Abstimmungsgespräche mit der E.ON Netz GmbH und deren Tochterfirma, der E.ON Netz Offshore GmbH, zum Anschluss des BARD-Windparks, dessen Fertigstellung für September 2010 geplant ist.
Im Rahmen der vom Europäischen Windenergieverband (EWEA) organisierten Offshore-Windkonferenz und Messe wurde auch der diesjährige „EWEA Offshore-Bericht“ veröffentlicht. Darin wird das Potenzial der Offshore-Windenergie in Europa bis zum Jahr 2020 dargestellt. Er zeigt außerdem die politischen und technischen Herausforderungen auf, die es gilt, für einen großflächigen Einsatz zu bewältigen.
Europa muss seine immensen Offshore-Windressourcen nutzen, um das von den EU-Staatschefs im März 2007 vereinbarte Ziel des 20-Prozent-Anteils von erneuerbaren Energien zu erreichen. Bis heute fand die Erschließung von Windenergie hauptsächlich im Küstenvorland statt. Ende 2006 stellten Offshore-Windparks laut EWEA gerade 1,8 Prozent der gesamten installierten Windkraftkapazität dar und erzeugten damit etwa 3,3 Prozent von Europas Windenergie. Der EWEA-Bericht schätzt, dass bis zum Jahre 2020 an die 40 Gigawatt aus der Offshore-Windenergiekapazität in der Europäischen Union in Betrieb sein könnten. Die Projekte der BARD-Gruppe werden dazu einen erheblichen Beitrag liefern.